
Healthy Communities
Zentrales Ziel von HEALTHY COMMUNITIES ist es, die Gesundheitskompetenz Erwachsener aus verschieden sozialen Gruppen zu stärken.
Dazu braucht es auch mehr Bewusstsein zur Bedeutung von Gesundheitskompetenzen für individuelle und gesellschaftliche Resilienz. Um dies zu erreichen, initiieren wir einen transnationalen Ideenaustausch, entwickeln und pilotieren sozialraumorientierte Lernangebote für Erwachsene.
HEALTHY COMMUNITIES bringt dafür Expertise aus Bildung, Gesundheit und Gemeinwesenarbeit aus vier EU-Ländern zusammen (DE/AT/IT/PL).
Gemeinsam entwickeln wir niedrigschwellige Angebote zur Gesundheitsbildung und erarbeiten mit kommunalen Einrichtungen Aktionspläne zur Verortung im Stadtteil. Als Bindeglied zwischen den Lernangeboten und den potenziellen Nutzern installieren wir ein System mit qualifizierten Lotsen, die Erwachsene aus verschiedenen sozialen Gruppen erreichen und zur Beteiligung aktivieren.
In jedem Stadtteil wird eine Gruppe von Lotsen aufgebaut, die in der Community verortet sind und als Mittler in der Gesundheitsbildung tätig werden. In einer Fortbildung erlernen sie Grundlagenkompetenzen zur Gesundheitsprävention, wie sie passgenaue Informationsmaterialien aufbereiten und vermitteln können und wie sie Tipps und Übungen zum Umgang mit sozialpsychologischen Belastungen weitergeben können. Sie erwerben auch Medienkompetenz zum sicheren Umgang mit Informationen (z.B. Erkennen von Fake News) und stärken so ihre digitale Mündigkeit. Mit dem Lotsenmodell wird auch die sozialräumliche Vernetzung gestärkt.
Im Rahmen der Erwachsenenbildung werden Freiwillige in ihrem Engagement durch Fortbildung unterstützt und gestärkt, sowie weitere interessierte Freiwillige und Ehrenamtliche motiviert sich gesellschaftlich in der gesundheitlichen Bildung und Aufklärung zu beteiligen.

Eindrücke aus dem Projekt
Gesundheitslotsen in Aktion

Healthy Communities bei dem Kongress" Armut und Gesundheit " Berlin 2026
Im Rahmen des Kongresses Armut und Gesundheit 2026 war das Projekt „Healthy Communities“ von Gesundheit Berlin Brandenburg e.V. mit einem eigenen Infostand über zwei Tage auf dem Kongress vertreten. Ziel war es, das Projekt vorzustellen, mit Fachbesucher:innen der 1300 Teilnehmenden ins Gespräch zu kommen und neue Impulse für die Weiterentwicklung sowie mögliche Kooperationen zu gewinnen. Der Stand zog zahlreiche Interessierte an. Besonders wirkungsvoll erwies sich das interaktive Element der bereitgestellten Fragebox mit Gesundheitsfragen: Besucher:innen konnten Kärtchen mit unterschiedlichen Fragen zu Gesundheitsthemen, wie bspw. digitalen Gesundheitstools ziehen, die als niedrigschwelliger Icebreaker dienten. Diese Methode erleichterte den Einstieg in Gespräche und leitete gezielt in einen vertieften Austausch über das Konzept von „Healthy Communities“ über. Dadurch entstand eine offene, dialogorientierte Atmosphäre, die den Stand über den gesamten Kongress hinweg belebte. Insgesamt besuchten schätzungsweise über 100 Personen den Infostand und informierten sich über die Inhalte und Zielsetzungen des Projekts. Darunter befanden sich etwa 15 bis 20 Personen mit besonderer Relevanz als potenzielle Stakeholder. Mit ihnen konnten vertiefende Gespräche über die Anschlussfähigkeit und Weiterentwicklung des Projekts geführt werden. Diese Begegnungen boten wertvolle Anknüpfungspunkte für fachlichen Austausch. Gleichzeitig wurde die Gelegenheit genutzt, gezielt auf kommende Veranstaltungen hinzuweisen. Insbesondere die Anschlussveranstaltung am 15. April sowie die Beteiligung an der Landesgesundheitskonferenz im April konnten erfolgreich beworben werden. Viele Gesprächspartner:innen zeigten Interesse an einer weiteren Vernetzung und signalisierten ihre Bereitschaft, den Dialog fortzusetzen. Das Projekt „Healthy Communities“ stieß insgesamt auf ein breites und durchweg positives Interesse. Die Kombination aus interaktiven Fragen und persönlichem Austausch erwies sich als wirkungsvolle Strategie der Projektpräsentation und -verbreitung. Nach erfolgreichen Disseminationsgesprächen erhielten interessierte Besucher:innen kleine Kresse-Samentütchen mit dem „Healthy Communities“-Logo. Dieses nachhaltige Give-away diente nicht nur als freundliche Geste, sondern auch als kreativer Verweis auf die Projektwebseite und die Idee des Wachstums gesunder Lebenswelten. Während des Kongresses entstanden zudem zahlreiche Fotos, die das Team in der aktiven Vermittlung der Projektinhalte sowie im Austausch mit den Besucher:innen zeigen. Diese visuellen Eindrücke werden künftig in der weiteren Öffentlichkeitsarbeit und zur Dokumentation der Projektaktivitäten genutzt. Insgesamt kann die Teilnahme am Kongress als großer Erfolg gewertet werden. Der Infostand bot eine wertvolle Plattform zur Vernetzung, zur Sichtbarmachung des Projekts und zur Gewinnung neuer Impulse für die Weiterentwicklung von „Healthy Communities“.

Wie können Erwachsenenbildner*innen zu Gesundheitsbotschafter*innen in ihren Gemeinden werden – in einer Zeit zunehmender Gesundheitsfehlinformationen und komplexer Gesundheitssysteme?
Gesundheitsförderung kann kein Einheitskonzept sein. Deshalb haben wir sieben praxisnahe Lernmodule entwickelt, die jeweils zentrale Aspekte der Gesundheitskompetenz abdecken. Sie sind passgenau auf die Anforderungen eines zunehmend komplexen Gesundheitssystems und aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen zugeschnitten. Dabei geht es um weit mehr als reine Wissensvermittlung: Die Module sollen Erwachsenenbildner*innen dazu befähigen, als vertrauensvolle Begleiter*innen zu agieren – und gefährdete Zielgruppen dabei zu unterstützen, Verantwortung für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu übernehmen.